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Volume 56, issue 2
Geogr. Helv., 56, 77–89, 2001
https://doi.org/10.5194/gh-56-77-2001
© Author(s) 2001. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.
Geogr. Helv., 56, 77–89, 2001
https://doi.org/10.5194/gh-56-77-2001
© Author(s) 2001. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.

  30 Jun 2001

30 Jun 2001

Zum Verhältnis von kulturellen Werten und gesellschaftlichen Strukturen in der Schweiz : das Beispiel regionaler Gemeinsamkeiten und Differenzen der Geschlechterungleichheit

E. Bühler E. Bühler
  • Abteilung Wirtschaftsgeographie, Geographisches Institut, Universität Zürich, Winterthurerstr. 190, 8057 Zürich, Switzerland

Abstract. Das Geschlechterverhältnis an einem bestimmten Ort kann gemäss neueren Theorien der Geschlechterforschung (Gender Studies) als Resultat eines Aushandlungs- und Kompromissbildungsprozesses zwischen gesellschaftlichen Akleurinnen und Akteuren gedeutet werden. In diesem Arrangement werden die Werte und Leitbilder der Menschen über eine angemessene, «richtige» Rollenteilung zwischen Frau und Mann (Geschlechterkultur) mit den wirtschaftlichen, politischen und anderen institutionellen Strukturen des Geschlechterverhältnisses (Geschlechterordnung) miteinander in Beziehung gesetzt und in ein mehr oder weniger hohes Mass an Übereinstimmung gebracht. Eine regional differenzierte Auswertung sekundärstatistischer Daten (eidgenössische Volks- und Betriebszählungen sowie Volksabstimmungen) belegt, dass in der Schweiz sowohl in Bezug auf die regional vorherrschende Geschlechterkultur als auch in Bezug auf die Geschlechterordnung teilweise beträchtliche regionale Differenzen vorhanden sind. Dabei besteht ein deutlich erkennbarer Zusammenhang zwischen regionaler Geschlechterkultur und regionaler Geschlechterordnung. Dort, wo die Ergebnisse der Volksabstimmungen insgesamt eine gleichstellungsfreundlichere Einstellung der Stimmbevölkerung zum Ausdruck bringen, ist auch die Geschlechterungleichheit insgesamt relativ geringer als in Regionen mit einer weniger gleichstellungsfreundlich eingestellten Stimmbevölkerung. Die Ergebnisse dieser vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Studie stützen die Erkenntnis, dass das Verhältnis der Geschlechter ein soziales und kulturell variables und kein «natürliches» oder selbstverständliches Phänomen darstellt.

Publications Copernicus
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